Gruppe H
Belgien, Algerien, Russland, Südkorea

Belgien
Seit dem 4.Januar 1973 ist es auch de m englischen Sprachraum klar, dass „Belgier“ die schlimmstmögliche Beleidigung ist. Ein Rechercheteam namens Monty Python veröffentlichte diesen harten Fakt an jenem Tag. Auch in Belgien selbst wird der Terminus nicht benützt. Da ist von Flamen und Wallonen, gar von Deutschen die Rede. Wie von diesen Gruppen wiederum Kompany, Fellaini, Lukaku oder Dembele genannt werden, möchte euer werter Bumann gar nicht wissen, obgleich er selbst die Political Correctness manchmal nicht in vollem Ausmaß beachtet, denn die Belgier, ach ja die Belgier…
Ist Belgien eigentlich Mitglied der EU? Kaum zu glauben, wenn die Statistiker der EU lange Jahre die Deutschen und nun die Italiener zu den fettesten Europäern gekürt haben. Waren denn die von Schokolade, Pommes und Bier gestählten Körper von Brüssel aus nicht zu erkennen? Da könnte man leicht zum Europaskeptiker werden. Kann Belgien eigentlich zu Europa gehören, wenn man bedenkt, dass sie anderthalb Jahre von einer Wahl bis zur Regierungsbildung gebraucht haben?
Die paar Belg…äh…Flamen, Wallonen und anderes Gesocks, die körperlich noch im Stande sind, über ihre Wänste zu greifen, um sich die Schuhe zuzubinden, treiben dann auch prompt Sport. Wer im belgischen Hochgebirge wohnt, etwa auf der Höhe von München, betreibt Radsport, seltsamerweise mit den dünnsten Reifen auf dem grobsten Kopfsteinpflaster. Wer in den Städten wohnt, der spielt Fußball. Das ist eine Tradtion, die so alt ist, wie den dümmsten männlichen Nachwuchs zum Priester weihen zu lassen.
Die rode Diables oder auch Duivels Rouge früherer Zeit haben auch heute noch enormen Einfluss auf den Fußball. Ernst Happel führte Mitte der Siebziger Jahre beim FC Brügge das Pressing und die Abseitsfalle ein. In der Nationalmannschaft wurde das System unter Guy Thys verfeinert, und so gehörte Belgien fast zehn Jahre lang zu den Größen des Weltfußballs und der Fußball wurde weltweit ein anderer.
Lang, lang ist das her, doch nun ist in Belgien eine großartige Generation von Spielern herangewachsen. Ohne Daniel van Buyten wäre Belgien mit Abstand das jüngste Team bei dieser WM. Und diese jungen Spieler sind inzwischen fast ausschließlich bei den Top-Klubs Europas angestellt. Ein Romelu Lukaku war mit 16 (!) schon Torschützenkönig in Belgien. Die elend langen Wuschelköpfe Witsel und Fellaini gehören zu den teuertsen Transfers der letzten Jahre in Europa. Eden Hazard ist die Zukunft des FC Chelsea. Man könnte noch mehr Spieler aufzählen, um zu zeigen, wieviel Talent in dem Team steckt und so ist es auch kein Wunder, dass die Roten Teufel inzwischen mehr sind als nur ein Geheimfavorit. Ein Favorit sind sie noch nicht, dazu fehlt etwas Erfahrung gerade gegen die „großen“ Mannschaften. Zudem sind nicht alle Positionen gleich gut besetzt, aber schon bei diesem Turnier könnte Belgien eine wirklich gute Rolle spielen und es ist das Potential vorhanden, dass Belgien wieder zehn Jahre eine Macht im Fußball werden kann.

Algerien

Wie unendlich langweilig war es, den Algerikern 2010 zuzusehen; ohne Antihistamine kaum zu ertragen. Unendlich graue Mäuse (nicht mal Wüstenspringmäuse) verhöhnten die Spielkunst der vorhergehenden Generation und schafften es gerade mal etwas Saharasand in das Spiel der Gegner zu streuen. Selten war ein Teilnehmer bei einer WM soweit davon entfernt, ein eigenes Tor zu erzielen. Prinzipiell konnte man dieses Grauen auch für dieses Turnier erwarten, doch muss man beim Blick auf den Kader feststellen, dass in dem diesjährigen sehr viel mehr Talent steckt. Es sind schon ein paar Spieler dabei, die kicken können. Jetzt ist nur noch die Frage, ob sie es auch gemeinsam schaffen. Bislang habe ich allenfalls kleine Anzeichen dafür gesehen, oder war es doch nur eine Fata Morgana? Es klingt vielleicht böse, aber Algerien ist sicher nicht die Mannschaft, die freudige Erwartung auf eine WM hervorruft.

Russland

Lauter astreine, saubere, starke Heteros spielen für die Sbornaja, ganz wie es die Staatsraison fordert. Raison ist natürlich ein unfassbar falsches Wort, Staat wohl auch, wenn man über eine unberechenbare Kleptokratie spricht, deren oberster Repräsentant das 19 Jahrhundert als modern ansieht und gleichzeitig Sommerbilder von sich verbreiten lässt, die inzwischen zu den Ikonen von Schwulenbewegten in aller Welt wurden. Die Dekadenz der „westlichen“ Welt wird kanonartig wiederholt, während die erfolgreichsten Kleptomanen und auch einige ihrer Angestellten, beispielsweise Fußballer, Friseure einfliegen lassen und manikürt wie Prinzessinen die Modeläden der westlichen Welt plündern. Ja, ich weiß, es gibt auch andere Russen in den Innenstädten. Klar, aber diese sehen aus und benehmen sich wie Belgier!
Einige der russischen Nationalspieler sollten sich aus unterschiedlichen Gründen in Brasilien jedenfalls wohlfühlen. Nicht das, was Ihr Leser schon wieder denkt, schämt euch! Ich dachte beispielsweise daran, dass sie wie in ihren Vereinsteams von Brasilianern umgeben sind. Die Schwäche des russischen Fußballs ist die Schwäche der russischen Gesellschaft. Die Gernegroßen kaufen und kaufen, ohne sich ernsthaft um die eigene Jugend zu kümmern. Wo sind denn die Talente des Riesenreichs? Und was wird aus ihnen? Wann hat sich zuletzt ein russischer Spieler zum Star aufgeschwungen? Welche Spieler sind interessant für die Topvereine außerhalb Russlands? Tja, egal ob das eine rhetorische Frage war oder nicht. Viel zu sagen gibt es darauf nicht.
So kann dann auch Fabio Capello aus verwöhnten Rotznasen kein Team formen, das ernsthaft Ansprüche bei dieser WM anmelden kann. Es wird ein paar Ansätze geben, wie eigentlich immer, doch das wird es dann auch gewesen sein.

Südkorea

Nur noch fünf Kims! Wat is dat denn? Ein Anzeichen dafür dass die Preußen Asiens ihre Disziplin verlieren? Teilweise wirkt das Spiel so. Immer mehr der Spieler werden zu Teenie-Idolen, zu Stars. Während noch vor kurzer Zeit mannschaftlich geschlossen gerannt wurde, als gebe es Kimchi umsonst, wirkten die letzten Auftritte manchmal so blutleer, als hätte es zum Kohl lange keinen Wauwau mehr gegeben. Einige Spieler haben sogar die Gestik westlicher Idole übernommen. Abwinken, so etwas gab es früher nicht, man wäre vermutlich einem Kim im Norden zum Fraß vorgeworfen worden. Der Trainer Myung-Bo Hong, der als asiatischer Beckenbauer bezeichnet wurde, als Rekordspieler der Nationalmannschaft im Stil eher an Fernando Hierro erinnerte, muss also einen Mannschaftsgeist wiederbeleben. Als Trainer der Olympiamannschaft holte er 2012 sensationell die Bronzemedaille in London. Er scheint also durchaus fähig zu sein, eine Mannschaft zu formen. Einen Haufen Arbeit hat er jedenfalls vor sich, doch das hat weder einen Preußen noch einen Südkoreaner je verschreckt.

So nun kann es losgehen! Beziehungsweise es ist genauso losgegangen wie erwartet. Der Auftakt lief wie geschmiert. Brasilien gewann das Auftaktspiel genau aus den Gründen, die von mir anfangs beschrieben worden.
Naja, immerhin gibt es zum Auftakt auch das:
http://www.youtube.com/watch?v=T9oo7wb7cw8