Jetzt ist schon wieder was passiert. Und ob du es glaubst oder nicht. Zur Abwechslung mal etwas Gutes. Weil irgendwie ding nach 64 Spielen.

In diesem Sinne muss die Feststellung erlaubt sein, dass die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien nun vorbei ist. Und bevor sich um die Auswirkungen dieser WM gekümmert wird und die Vorfreude auf prima Spitzenländer wie Russland und Katar Thema wird, sollte ein Blick auf die 64 Spiele geworfen werden.

Überraschenderweise wurde bei dieser WM Fußball gespielt. Mehr Fußball jedenfalls als allgemein erwartet oder befürchtet wurde. Vor allem in der Vorrunde übten die beteiligten Spieler ihren Beruf noch mit Freude aus, wobei es (siehe Vorschau) zu wenig Überraschungen kam. Neuerungen gab es kaum. Die meisten Mannschaften spielen noch immer mit einer Viererkette, inzwischen einige mehr mit Dreierkette und auch Fünferketten funktionierten. Letzteres ist keineswegs immer nur ein Defensivsystem, es ist im Gegenteil sogar risikoreich, da fünf Glieder der Kette aufeinander abgestimmt werden müssen. Ein Kompliment an Costa Rica für die lehrbuchhafte Ausführung. Spieler sollten heutzutage einen rechten Fuß haben und einen linken Fuß, im Kopf laufstark sein und gedankenschnell mit den Beinen. Alles nichts Neues. Doch es ist wirklich erstaunlich, dass sich so häufig wie selten Teams durchsetzten, die nicht nur aus elf Spielern bestanden, sondern komplett an einem Strang zogen und zwar nicht jeweils an ihrem eigenen. Das spricht durchaus für ein richtig gutes Niveau, jedenfalls bei den meisten Teams. Dass es nicht ohne eine konzentrierte Vorbereitung und Fitness geht, bewiesen Mannschaften wie Italien und vor allem Portugal. Die Zahl der Verletzungen, die Minuten, fast Stunden, die beide in der Statistik der Mannschaftsliegleistung ablieferten, waren frappierend. Die afroamerikanischen Beteiligten Mannschaft oder Team zu nennen, wäre lächerlich. Es gibt keine Fortschritte, nur Rückschritte zu verzeichnen. Peinlich, peinlich! Auch die asiatischen Mannschaften machten Rückschritte, diese aber aufgrund unglaublichen Mangels an Effektivität, was letztlich ein Zeichen für fehlende Qualität ist.

Mangel an Qualität kann man den Torhütern nicht vorwerfen. Es gab bei dieser WM die besten Torhüterleistungen, die jemals bei einem großen Turnier zu sehen waren. Was Howard, Navas, Ochoa und Neuer, aber auch andere geboten haben, war sensationell, könnte aber auch an dem neuen Spielgerät liegen. Der Ball scheint deutlich besser zu kontrollieren sein, als das Vorgängermodell und scheint dabei auch weniger unberechenbar zu flattern. Dafür spricht auch die geringe Anzahl an Weitschusstoren, die drastisch gesunken ist.

Spieler, Torhüter, Bälle, nun auch dieses Mal waren Schiedsrichter auf dem Feld. Spätestens das Dementi der Fifa sollte allen klargemacht haben, dass es in der Vorbereitung die Anweisung an die Referees gab, nicht so schnell zur Karte zu greifen. Es schien als wollte man die fairste WM aller Zeiten präsentieren. Während man gerade in der Vorrunde die Spieler dafür loben muss, ohne den Einfluss der Schiris, so fair wie nie zuvor miteinander umgegangen zu sein, so dumm war die Vorgabe für die Schiedsrichter. Dummdreist verallgemeinernd durfte in den deutschen Medien über vier Wochen der erfahrene Profi (aus Europa) gefordert werden, während die Leistungen, ob im Guten oder Schlechten,  sich regional eigentlich nicht unterschieden. Nourmandiez Doue von der Elfenbeinküste war in jeder Hinsicht überzeugender als so manche europäische Pfeife.

Was sonst zum Fußball noch zu sagen ist. Einige Mannschaften hätten es in den Playoff-Spielen sicher auch schaffen können, bis ins Finale zu kommen, doch sie haben es nicht geschafft, sich auf ihre Stärken zu besinnen, sondern sind gerade im Viertelfinale an ihrer eigenen Feigheit gescheitert. Erfolg in einer Mannschaftssportart ist nicht durch bloße Autosuggestion möglich, gell Brasilien. Am Ende gewann die Mannschaft, die die beste Mischung an Stärken auf dem Platz umsetzte. Aber zu Gastgeber und Weltmeister mehr in der nächsten Folge.

 

Das Allstarteam der WM:

Keylor Navas

Jerome Boateng   Ezequiel Garay  Mats Hummels  Ricardo Rodriguez

Hector Herrera       Toni Kroos        Javier Mascherano

James Rodriguez

Thomas Müller               Arjen Robben