Gruppe B

Südkorea, Griechenland, Argentinien, Nigeria

Erlaubt mir geduldigste aller Leser, Euch zunächst als geringster aller Schreiber meinen Dank an Eurer Anteilnahme zu entbieten und untertänlichst um Gnade zu erbetteln, dass ich jetzt bereits die Gruppe B präsentiere. Nun einerseits ward mir vom bösen Schicksal eine garstig Krankheit auf die ohnehin müden Schultern aufgebürdet, andererseits haben die Geister der Merkuren mir zwei Fernseher geraubt, auf dass ich kaum im Stande bin, der Hoffnung auf einen ruhigen Schlaf zustrebend, etwas anders zu tun, als meine fiebrigen Gedanken in diese langsamste aller Zauberkisten darzubringen.

So stellt denn fest, dass ich in Sokrates begnadet Geiste festzustellen mag, dass früher einfach alles besser war. Die Luft war frei von Vulkanasche, das Binnenwasser im Wonnemonat Mai befreit vom Eise, des Ballacks Beinchen frei vom Gipse und Südkoreaner spielten noch, als hätten sie Windhunde, blond wie Kruppstahl zu ihrem Kimchi gegessen. Aber heute…!
Meinen Sie etwa Park sei ein begnadeter Spieler. Gell, Sie wissen nicht, welchen der Parks ich meine. Kommen ja auch nur etwa 23 in Frage (Ausnahmen durch Künstlernamen denkbar).
Oder Kim; Meinen Sie er wäre im Stande den Gauchos zu zeigen, wo der südafrikanische Zimmermann das Loch gelassen hat. Ich denke keiner der etwa 23 Kims könnte das.
Doch früher noch, in der ersten Ausgabe der Titanic, dichte Eckhard Henscheid uns die „Hymne auf Bum Kun Cha“
„Schön ist, Mutter Natur, deiner Erfindung Pracht,
Die den großen Gedanken vermochte, den
Knaben zu träumen, zu denken – und dann auch zu
Bilden mit den schnellen, beseelten, jauchzenden
Füßen des Jünglings: Flink, flitzend,
Flirrend und flackernd – nicht zu lange fackelnd,
Doch feuernd und feiernd; den fühlenden Herzen
Frankfurts zur Freude.“
Etc.etc.etc.

Auch aus den weitern etwa 150 Zeilen der Hymne lassen sich lauter Lobeshymnen auf den Südkoreaner finden, die man heute, in einem sehr viel freieren Süden wohl auf keinen Spieler dichten könnte. Laufen können sie zwar immer noch als wäre die Mun-Sekte hinter ihnen her, aber das alleine langt nicht, um den unglücklichen Rückstand nach einer Standardsituation im ersten Spiel, in der ersten Viertelstunde gegen die Griechen aufzuholen. Es ist vielmehr zu fürchten, dass sie im dritten Spiel ihr Gesicht nicht völlig verlieren wollen und die Nigerianer damit aus dem Turnier befreien.

Was macht ein Grieche über der Mittellinie? Richtig, Zeitschinden! Dasselbe auch, was griechische Finanzminister seit Jahrzehnten tun. Zum Fußball der Griechen wäre also alles gesagt. Doch wie kommt es dazu. Ganz einfach, die Griechen hatten schon immer wenige Auserwählte, die für das ganze Volk dachten. Die meisten, die dabei was auf dem Kasten hatten, sind nun unglücklicherweise seit mehr als 2500 Jahren tot. Dumm gelaufen. Aber so, hat man ein tumbes Jasager Volk komplett im Staatsdienst, bis vor kurzem im Militärdienst, das wohl als einziges Fantasie (nur hier nicht mit Ph) genug hat, zu glauben, einmal im Jahr Alexis Sorbas zu lesen oder zu sehen, wäre genug, um als Freidenker zu gelten.
Spätestens jetzt kann ich euch hören, liebe Leser: „Aber ich kenne doch so nette und großzügige….“
Fresse halten! Und zurück ins Glied. Geht nur zum sogenannten „netten Griechen um die Ecke“, dann werdet Ihr die ganze Großzügigkeit dieses debilen Volkes kennen lernen. Zum kältesten aller nur möglichen Stücke Hammelfett gibt es die wärmsten aller nur möglichen Getränke. Und wenn die Rechnung kommt, wird Dimitrios, Nikos oder Ioannis von Mama oder Papa peremptorisch auf die alten Denker hingewiesen. (Stichwort: Kreiszahl Pi)
„ Sie hatte drei Bier bestellt, eines gebracht, sage wir vier, mal Pi mal Daume isse 25 Euro.“
Und dabei weiß der Idiot (Fremdwort aus dem Griechischen, schaut die Bedeutung nach und freut euch!) nicht einmal welcher dieser Finger der Daumen ist. Von mir gibt es dafür den Mittelfinger!

Diego Armando Maradona
Diego Armando Maradona war ein unglaublich guter Fußballer.
Diego Armando Maradona hatte im Privatleben so seine Schwierigkeiten.
Diego Armando Maradona hat auch heute noch immer seine Probleme.
Diego Armando Maradona ist Trainer oder Teamchef der Argentinier.
Diego Armando Maradona wird von den Argentiniern geliebt, wie sonst nur Johannes Paul II. von den Polen geliebt werden würde, sofern er zu Pfingsten als die schwarze Madonna von Tschenstochau ( Czestochowa) wiedergeboren würde.
Doch fragen sich die intelligenteren Gauchos auch bereits, in welcher Funktion der Göttliche weniger Fehler produzieren würde. Und das ist die Krux bei einer Mannschaft, die größtenteils bestens genug aufgestellt wäre, um sehr sehr weit zu kommen. Es brauchte schon fast überirdisch anmutende Fügung und Glück, dass sich Argentinien trotz der Fehler Maradonas überhaupt direkt zur WM qualifiziert hat. Die Probleme sind zu offensichtlich. Selbst dem besten Spaßfußballer scheint Fußball kein Spaß zu machen, sobald er sich im taktischen Nirwana bewegen muss. Die Außenverteidiger wissen häufig nicht, wo links und rechts ist und müssen von den Innenverteidigern auf die richtige Seite dirigiert werden, dazu häufig noch weiter nach hinten oder vorn, da sie in ihren Clubs ganz andere Rollen spielen. Aber vielleicht ist das ja auch nur ein genialer Bluff, in dem Maradona unwissend den Clown spielt, während im Hintergrund die Mannschaft mit den Assistenten eine weltmeisterliche Taktik ausbrühtet. Wenn nicht steht der Kaiser womöglich ganz ohne Kleider da. Würde man es Maradona beim Sieger-Asado wohl sagen?

Da im Süden gibt’s a Mannschaft,
da musst scho was ganz besonders sei,
sonst lassens solche Leut wie mi und di erst gar net nei,
in die Niggeria, n…..

Jeder moant er is a Star
Und sauft an Schampus an der Bar,
in der Niggeria….

Das eben beschriebene, naive Selbstbewusstsein macht viel vom Positiven wie auch vom Negativen der Mannschaft Nigerias aus. Sie sind selbstbewusst genug, um sich auf einer Augenhöhe mit jeder Mannschaft der Welt zu messen, was im Negativen zu einer naiven Arroganz wird, mit der die Mannschaft gegen jedes Team der Welt baden gehen kann. Jeder hält sich für den kommenden Superstar der WM und jeder lobt das Klima in der Mannschaft und genauso hierarchiefrei wird zusammengespielt. Leider sehe ich keinen einzigen Spieler, der auch dann die Verantwortung übernimmt, wenn es mal nicht läuft. Siehe letztes WM-Qualifikationsspiel. Dass sich Nigeria am Ende durchgesetzt hat, hatte mehr mit dem Zufall zu tun, als mit irgendeiner Art von Taktik oder Aufbäumen der Mannschaft. Obafemi Martins ist einmal der Ball vor die Füße gefallen und einen Ball hat er so was von überhaupt nicht getroffen, dass der Ball am Ende im Tor und Nigeria bei der WM war.
Aber dennoch arbeitet Nigeria jetzt mit modernen Methoden. Der Medizinmann, der früher noch Fetische unter dem Anstoßpunkt verteilt hat, sitzt heute in einem Internetcafe in Lagos und schreibt an die Schiedsrichter eifrig Mails zu Investitionen in Erbfragen. Ich fürchte ja, dass die Südkoreaner Nigeria mit ins Elend reißen, und ja ich weiß auch, wer dann weiterkommt, tut mir ja auch leid und damit die Laune wieder besser wird, verweise ich auf die Omid Djalili-Show. Es gibt sicher auch auf You-Tube einige nette, kleine Sketche, in der Omid mit nigerianischem Akzent redet.
Viel Spaß dabei.