Willkommen zu Bumann´s WM-Vorschau.

Teil I (allgemeines)

Die Fußballweltmeisterschaft ausgerechnet nach Südafrika zu vergeben, wäre sporthistorisch nur dadurch zu überbieten, die WM im Kekswichsen an den Vatikan zu vergeben. Nein Leute, das ist ausnahmsweise nicht rassistisch zu verstehen. Ganz Afrika ist vom Fußball begeistert. Ganz Afrika, nein nur ein nicht so kleines Land im äußersten Süden des Kontinents widersetzt sich, Cesars blatternden Truppen. Kricket- oder Rugbyspiele von Unterzuluhausen gegen Oberburenheim fanden mehr begeisterte Zuschauer als die Viertelfinalspiele des Afrikacups vor wenigen Jahren. Sorry ich vergaß, ein Land steht noch weniger auf Fußball: In Somalia zieht man klassischen Wassersport vor, was gelegentlich Karl Theodor Friedrich Wilhelm Wolfshelm Stalin Kassian Maik von und zu Suppenkasper zu populistischen Ausrufen wie „Au Au Auswärtsspiel“ veranlasst. Aber nein: Es musste Mandelacountry sein, solange es noch lebt. Na toll, das führt genau zu:

FUßBALLKULTUR

Es gibt natürlich einige wenige Südafrikaner, die sich für den Sport Fußball interessieren; natürlich genau diejenigen, die sich Tickets für die WM im Prinzip nicht leisten können. Wenn diese jedoch den Weg ins Stadion finden, versaut es auch den härtesten Fußballfans den Tag. Dann blasen sie aus naivem Selbstzweck mit der restlichen Puste, die ihnen nach 16 Stunden im Staub unter Tage geblieben ist, nicht nur Luft, sondern auch ihre letzten Gehirnzellen, durch alberne Plastiktröten. Mit all dem Hyperventilieren bleibt natürlich nicht mehr viel Sauerstoff um das Gehirn zu versorgen. Nähere Informationen dazu auf www.vuvuzela.it sprich Wuwuwuwuwuzelaoderso.it

VORBEREITUNG

Die Vorbereitung auf Südafrika läuft super. So weiß inzwischen sogar jeder Zuschauer von Kochsendungen, wie man vom normalen Afrikaander zum sprichwörtlichen fetten Burenschwein wird. Und selbst der schmerzresistente Zuschauer von RTL2 oder anderen Unterschichtenprogrammen weiß, was die Big Five sind, ärgert sich aber, dass er auf dem eigenen Körper nur die Big Four findet (Zecken, Flöhe, Milben und Würmer). Manche haben bereits das Prinzip verstanden, warum die WM im südafrikanischen Winter stattfindet und ihre Schätzchen Schweini, Poldi, Dummi und Jogi nicht von der Südhalbkugel runterfallen. Tja, auch die öffentlichen Sender haben es damit geschafft ihren Bildungsauftrag zu erfüllen und können mit z.B. Netzer-Delling wieder wochenlang dagegen verstoßen.

Aber auch die Vorbereitungen des Events selber laufen mehr als nur planmäßig. Die Stadien sind fertig und zum großen Teil ans Verkehrsnetz angebunden. Die Schiedsrichter haben dafür gesorgt, dass auch wirklich die richtigen Teilnehmer feststellen und die besten dieser Gilde werden auch bereits kaserniert, um die neuesten Bestimmungen auf dem Feld durchsetzen zu können. Ein Schelm, wer dabei an Regelauslegungen denkt. Da haben wir den Niederbayern Wolfgang Stark, der in der Bundesliga, das Festhalten an der eigenen Nasenspitze mit gelben Karten bestraft, in der sogenannten Champions-League jedoch Notbremsen inklusive des Tatbestandes der gefährlichen Körperverletzung mit entschiedenen Ermahnungen wie „Nana, musst aber auch mal ein bisserl brav sein“ ahndet. Es gibt da noch den alten Stinkefinger Busacca, der sein Ruf als bester Schiedsrichter Europas auf Grund seiner eigentümlichen Regelauslegung nur mit dem dem Italiener (Arsch-) Rosetti und dem Norweger Övrebo, der als Qualifikation immerhin Collinas Frisur vorweisen kann, teilt.
Und auch ein paar Exoten dürfen ihre musikalischen Talente am Instrument Pfeife beweisen, solange kein direkter Verwandter ein Wettbüro leitet. Ja, das Event kann kommen.

NICHTTEILNEHMER

Natürlich ist es (wie immer) zu bedauern, dass sich nicht genügend Mannschaften für die Spiele in Südafrika qualifiziert haben. Mein Beileid an einige ausgewählte Beispiele. Schade, dass Österreich ( Besser bekannt als Bayern München II) und Belgien nicht dabei sind, aber andererseits kann man deren Mannschaften auch bei den nächsten Jugend- und Juniorenmeisterschaften besichtigen (wahrscheinlich sogar auf besseren Sendern)
Schade auch, dass die Salmonellen mit ihrem Torjäger Ali Ashfaq (internationale Schreibweise) nicht dabei sind. Mit dem üblichen Losglück der Deutschen und einer überraschenden Nominierung hätte Ashfaq sonst die Gelegenheit gehabt bei Butt einen zu versenken. Ich persönlich vermisse auch Deutsch-Südwestafrika.

BEGEISTERUNG

„..tschland“ tönt es bald wieder und der alberne humanistische Spruch „Cogito ergo sum“ wird wieder in das genaue Gegenteil verkehrt und nur meine farbenblinden Freunde werden die Kriegsbemalung von Antiindividuen auf dem Weg zum Public Disindividualing genießen können. Aber macht nix. Es geht schlimmer: Ökumenischer Kirchentag in München. Da wird in den öffentlichen Verkehrmitteln noch mehr gestunken, da wird in der Tat noch dümmer dahergeredet, da wird noch rücksichtsloser vor Rolltreppen stehen geblieben und Plätze besetzt.

Ja, ich freue mich auf die WM

und stelle deswegen in den nächsten Folgen alle Teilnehmer nach Gruppen sortiert vor.

Noch eine kleine Bitte. Die Texte bitte nicht unkontrolliert weitergeben. Sondern bei mir bestellen lassen, danke!

Viel Spaß weiterhin,

BUMANN

Liebe Fußballfreunde,
ein kleines PS zum ersten Teil.

TOURISMUS

Ich vergaß, dass ja auch jemand auf die Idee kommen könnte, nach Südafrika zu fahren. Eine kleine Warnung. Es soll dort fast so gefährlich sein wie in den Münchner Verkehrsbetrieben. Früher hat man das alles noch anders geregelt. Deswegen als kleiner Tip für Reiseliteratur:
Tom Sharpe „Tohuwabohu“ & „Mohrenwäsche“

BUMANN

(An dieser Stelle ein kleiner, sehr charmanter Zwischenruf von Charlie aus Wien:

Ahoi liebe Freunde, servus bester Bumann,

ich möchte nur die wertvollen Lese-Hinweise mit einer weiteren wichtigen Quelle ergänzen, die ich im gegenständlichen afrikanischen FußballDiskurs für unverzichtbar halte, nämlich:
Eckhard Henscheid, Der Neger (Negerl) (zusammen mit Immanuel Kant), München 1982, dann als Fischer TB Frankfurt/M. 1985 und angeblich erneut 1991. Darin insbesondere die Seiten 83 bis 88, „Sport“.
Und natürlich sei darauf hingewiesen – doch dies nur am Rande -, dass in der Schrift „Trilogie des laufenden Schwachsinns“ des Fußball-Theoretikers Henscheid bereits eine Sammlung von Fußball-Anekdoten zu finden ist.
Profunde Vorbereitung also auf das afrikanische Großereignis!

Jetzt aber: Abstoß!

Mit vielen Grüßen aus einem Wien im Mai 2010 bei knapp 14 Grad, bewölkt und regnerisch.