Der Mai ist gekommen und damit die Relegation. Was für eine unnötige Veranstaltung, die regelmäßig dazu führt, dass Mannschaften, die eine ganze Saison daran gearbeitet haben abzusteigen, oder die genausolange daran gearbeitet haben aufzusteigen, genau daran gehindert werden; das Alles in vergifteter Stimmung, nichts als Ausschreitungen provozierend. Ja die Relegation bringt bei allen Beteiligten, inklusive der Schiedsrichter, stets nur das Schlechteste hervor.

Da kann man gleich mal in der ersten Halbzeit auf das allergrößte Ärgernis der gesamten Saison eingehen: Die unfassbar dämlichen, ja dummdreisten Diskussionen um das Thema Handspiel.

In der jetzigen Auslegung ist die Entscheidung, ob ein Handspiel strafbar ist oder nicht, so einfach, so klar, so gerecht und auch den Traditionen unseres Rechtsverständnisses entsprechend wie nie zuvor. Wer nicht absichtlich oder zumindest strafwürdig fahrlässig handelt, der wird nicht bestraft und das ist gut so. Auch wenn (natürlich in der Relegation) Fehlentscheidungen passierten, so muss man konstatieren, dass die Schiedsrichter gerade bei diesem Thema in der abgelaufenen Saison auch in wichtigen Spielen fast alles richtig gemacht haben. Es bleiben wie bei anderen Entscheidungen natürlich Grenzfälle. Der interessanteste war sicherlich das Handtor von Lars Stindl in Ingolstadt. Tatsächlich waren die meisten Argumente beider Seiten stichhaltig. Ärgerlich nur, dass es dazu gar nicht hätte kommen dürfen, da Stindl leider wegen eines absichtlichen und auch mit Freistoß geahndeten Handspiels im Spiel davor nicht die verdiente gelb-rote Kartenkombination sah und somit für das Spiel bei den Schanzern gesperrt hätte sein müssen.

Was jedoch manche Reporter aus jeder Ballberührung zwischen Hüfte und Kopf machen, das ist die eigentliche Farce. Jede Situation wird skandalisiert, auch bei den klarsten Situationen, die eindeutigst keine strafbaren Aktionen waren, wurden Zeitlupen rauf und runter gespielt, die machmal zwar mögliche Berührungspunkte zwischen Hand und Ball erkennbar machten, was angesichts der Auslegung der Strafbarkeit allerdings völlig unerheblich war. Besonders zwei Vertreter der Fernsehsender haben sich dabei besonders negativ hervorgetan und zwar zwei ganz unterschiedliche Fälle. Da ist zum einen der meist gute und hellsichtige Uwe Morawe bei Sport 1, der einem manchmal schon fast leid tut, wenn er die Regeln nicht versteht und da ist zum anderen der unerträgliche Populist Steffen Simon, dessen emotionalisierte Anbiederung an die dümmsten unter den Zuschauern so sabbernd klingt, dass man sich um die technischen Empfangsgeräte sorgen muss. Dieser Rattenfänger fordert noch weit unter dem Niveau der Bildzeitung doch mehrfach die Abschaffung der jetzigen Auslegung, weil sie nicht verständlich sei. Anstatt die Regel in ihrer Deutlichkeit an einem einfachen Fallbeispiel zu erklären, fordert er immer wieder die Bestrafung von Unschuldigen und schafft damit letztlich zumindest ein postfaktische Stimmung, in der es nur Schwarz und Weiß gibt. Genau auf diese Art funktioniert auch der entsetzliche politische Populismus.

Davon abgesehen sollte sich die ARD mal dafür interessieren, ob Herr Simon nicht doch geschäftliche Beziehungen zur Firma Impect des Ex-Profis Stefan Reinartz unterhält. Während die sogenannte Packing-Statistik sonst niemand interessiert, kann man quasi in jedem Spielbericht von Steffen Simon noch irgendwelche Packing-Zahlen hören, die meistens sogar noch von Zeitlupen unterstützt werden. Wozu? Weshalb? Warum? Eine Antwort kann man höchstens von dem Reporter erfahren, aber womöglich ist diese auch genauso wie das Packing: Uninteressant und nah am Postfaktischen.

Der Mai ist gekommen und mit ihm kommen dann vielleicht noch bis in den Juni hinein, so ein paar Betrachtungen zur Saison 2016/17.