Normalerweise wird das Trainerkarusell durch eine Biogasanlage aus der „menschlichen“ Notdurft der Bild-Zeitung angetrieben. Im Fall Jürgen Klopp kann man das nicht sagen.  Dem Trainer des BVB wurde  viel verziehen und die Arbeit wenig hinterfragt. Einerseits war der Absturz der Dortmunder von Faktoren beeinflusst, für die der Trainer sicherlich nicht verantwortlich gemacht werden kann, andererseits gab es auch nicht zu wenige Spiele, in denen Klopp seiner Mannschaft weder taktisch noch personell Impulse geben konnte. Ein Immobile schien zwei Mal in dieser Saison den Durchbruch schaffen zu können, doch wurde er in beiden Fällen nach einen schlechten Spiel der ganzen Mannschaft auf die Bank verbannt. Taktisch kann man spätestens das glückliche Weiterkommen im DFB-Pokal gegen Hoffenheim als Offenbarungseid werten. Ein ärgerliches Gekicke, das auf dem Niveau von Tischfußball stattfand und in dem nur die schwachen Hoffenheimer taktisch eine Art von Handschrift erkennen ließen. So hörte man Klopp sich nach fast jedem Spiel, manchmal berechtigt, meistens nicht, über die Leistungen der Unparteiischen beschweren. Das wäre an sich kein Problem, doch von einem zum anderen Male machte der Trainer mehr den Eindruck, er würde zu diesem Mittel greifen, weil ihm sonst nichts mehr einfiele. Jürgen Klopp wirkte ratlos, ja fast schon ausgebrannt. Insofern ist seine Bitte nach Vetragsauflösung konsequent und verständlich. Es gibt sicher keinen Grund für Häme, denn eine Ära geht vorbei, in der großartige Arbeit geleistet wurde.
Jetzt soll wohl der Leipziger HSV Trainer Tuchel abermals Klopp nachfolgen. Es sieht zumindest so aus, als würde er nicht wirklich nach Hamburg umziehen, denn Bruno Labbadia scheint dort einen Vertrag unterzeichnet zu haben, der auch in der 2.Liga gültig ist. Ausgerechnet Labbadia, der sicherlich ein guter Trainer ist, aber bei jeder seinen Stationen an seiner eigenen Ungeduld gescheitert ist. Zumindest kann er an den verbleibenden sechs Spieltagen nichts falsch machen, es sei denn den Abstieg zu verhindern. Ohne Sympathien für die Hamburger zu empfinden, ist es fast schon körperlich schmerzhaft, den Beteiligten zuzusehen. Eine Epidemie von verschiedenen klinischen Depressionen scheint den Sportverein erfasst zu haben. Symptome sind die seit Monaten wortgleichen Wiederholungen von Aussagen, die Änderungen fordern, eine Körpersprache, die seit Wochen und Monaten, ja fast Jahren an die Brasilianer am 8. Juli 2014 erinnert und gelegentlich ausbrechende körperliche Aggressionen. Bitte, bitte, Paderborn, Stuttgart, Freiburg, Hannover, etc: Erlöst den HSV von seinen Leiden!!! Sonst muss Peter Knäbel seine Kontakte in die Schweiz noch nutzen, um dort begleitete Sterbehilfe leisten zu lassen. Eine wahre Katharsis kann nur noch HEXIT herbeiführen, ohne ernsthaft darüber nachzudenken, was danach kommt, ohne Schuldige zu suchen, ohne zurückzuschauen.

All die bekloppte Labbarei ist natürlich ein Tüchlein unter dem man die wichtigen Themen verstecken kann. Es ist leichter und angenehmer die hunderte von Tagen von Klopp oder Labbadia auf den Trainerbänken zu zählen als die hunderten von toten Flüchtlingen im Mittelmeer. Schade, dass auch sogenannte Qualitätsmedien zur Emission von viel heißer Luft beigetragen haben.