Man weiß ja gar nicht mehr, was man sagen will, beziehungsweise auskotzen will, wenn man all die Nachrichten und Aussagen zum Wechsel des relativ talentierten Fußballers Neymar von Barcelona zu Paris St. Germain liest und hört. Doch man leider muss man etwas sagen.

Die Eitelkeit und Gier kennt im Fußball einfach keine Grenzen mehr. Der eitle Fatzke Neymar und seine assoziale Sippe aus Familie und Freunden, die für Geld sofort Gesetzen und Anstand in die Eier treten, haben jedenfalls ihr Ziel erreicht. Neymar junior ist glücklich, weil nicht mehr dadurch gedemütigt wird, weniger als Messi zu verdienen. Neymar senior ist glücklich, weil er sich auch in seinem Privatjet nun Einwegzahnstocher aus Gold leisten kann. Und so wird es dann auch kommuniziert. Neymer, egal welcher davon, drückt dummdreist dämlich aus, es sei natürlich nicht ums Geld gegangen, sondern er wolle nun einfach glücklich sein. Klar, als kleines Kind in der Region Sao Paulo hat er natürlich davon geträumt, eines Tages für den ruhmreichen Retortenclub aus Paris zu spielen. Wer träumt in der Gegend nicht genau denselben Traum, wenn er mit dem Fußball beginnt. Jetzt kann es sich das eitle Würstchen endlich mehr als zweimal die Woche leisten, den persönlichen Friseur oder Tätowierer einfliegen zu lassen.

Als nächstes hört man Stimmen  von PSG-Fans, die obwohl sie aussehen, als würden sie direkt aus einem der von der Gesellschaft vergessenen Banlieus stammen, die den Wechsel begrüßen. Da ballt sich doch die Faust um den Champagnerkelch, wenn man sein Kotzen versucht zurückzuhalten. Aus der Portokasse könnte die Familie Neymar jeder Woche genau diesen  Menschen und ihren Familien ein sinnvolles Leben, beispielsweise über eine gute Ausbildung finanzierten.  Blinde Heldenverehrung kann Neymar als Ikone haben, doch genauso die Faschisten vom IS. Wer so abgehängt ist, der kann sich die Helden aussuchen, da er im allerbesten Falle auf diese Art einen gewissen Stellvertreterruhm erlangen kann. Wenn man schon die Ohren in Richtung Paris spitzt, so kann man dann auch hören, wie der Präsident Frankreichs glücklich mit diesem Wechsel ist, anstatt einmal die Summe von etwa einer halben Milliarde Euro zu geißeln, die als Kosten für den Transfer gesamt anfallen und bei denen es nachwievor im Nebulösen bleibt, wer diese bezahlt. Verdunklungsgefahr nennt man das normalerweise bei verurteilten Steuerhinterziehern. In einer Welt, in der der Besitz von mehr als 100 Millionen Euro/Dollar oder auch Knubbeln verantwortlich für die meisten Probleme ist und damit eigentlich zum Verbrechen gegen die Menschlichkeit erklärt werden müsste, möchte man sich gar nicht die Gedanken machen, die verschiedene Medien in Europa sich bereits gemacht haben, wie viele Menschen man von den genannten Summen aus dem Elend befreien könnte, wie viele Pflegekräfte man wie lange für die unanständige Summe einstellen könnte.

Die Folgen sind aber auch für den Fußball höchst schädlich. Barcelona kann nun irgendeinem Spieler suggerieren, dass er doch bei seinem jetzigen Arbeitgeber verdammt unglücklich ist und auch diesen Arbeitgeber mit einer entsprechenden Summe bestechen, um zuzugeben, dass man den armen Spieler bislang mit Hungerlöhnen erniedrigt hat. Einige wenige werden ihr Gewissen prüfen, ob 5-10 Millionen ohne Werbeeinnahmen tatsächlich kaum für ein menschenwürdiges Leben ausreichen und auf bestehende Verträge pochen. Doch viel zu wenige Funktionäre scheinen noch Gewissen zu haben und deswegen Ablösesummen in ultrainflationärer Höhe gerne entgegennehmen und ein Teil davon gleich wieder verteilen. Wie das Dominospiel, das in Gang gesetzt wurde, bei den Trainern in der letzten Saison gescheitert ist, darüber wurde erst Anfang Juni hier brichtet. Dass allein für sogenannte Spielerberater auf diese Art hunderte Millionen aus dem Fußball verschwinden, scheint ja tatsächlich niemand mehr zu stören. Niemand kann in den letzten Jahren zum Eindruck gelangt sein, dass diese Menschenhändler, diese Schlepper auch nur das geringste Interesse an den Karrieren ihrer „Klienten“ hätten. Die Steuerprozesse in Spanien sind ja nur Anfang gewesen. Wer wen dazu brachte Abermillionen Steuern zu hinterziehen und damit vor der Gesellschaft zu entziehen wird wohl ohnehin nie befriedigend aufgeklärt und auch nicht ob die durch und durch korrupten sogenannten Fußballverbände dabei ihre versotteten Finger im Spiel hatten; im Spiel für welches sie sich zuständig fühlen und dabei ist natürlich nicht vom Fußballspiel die Rede.

Es sind ja nicht nur die lächerlichen Ablösesummen und das Gebahren rund um diese Wechsel. Die großen Turniere werden unter den korruptesten Umständen an die korruptesten Veranstalter vergeben. Auch die Vergabe von Rechten der Berichterstattung unter Umständen, die mehr verschleiern als offenlegen, sorgen dafür, dass sich immer mehr Fußballanhänger abwenden. Wer halbwegs vernünftige Informationen über Radio und TV möchte, der weiß heute in Deutschland gar nicht mehr, wie viele Konzerne er dafür bezahlen muss und welche persönlichen Daten er dafür offenlegen muss. Sowohl Lust als auch Interesse am Profifußball schwinden zunehmend in höherer Geschwindigkeit als ohnehin zu befürchten war. Zwei Wochen vor Bundesligabeginn war immer die Zeit der Anfragen hier, was verschiedene Wettspiele betraf. „Wer wird denn… Soll ich denn diesen ohne jenen Spieler…. Hast du vielleicht noch einen Geheimtipp?“ Zahl dieser Anfragen in diesem Jahr, ich habe extra noch mal nachgezählt, genau NULL. (Und das obwohl die Tipps letzte Jahr besonders zutreffend waren)

Es wurde an dieser Stelle ja früher schon davor gewarnt, dass die Kommerzspirale nicht überzogen werden darf. Spätestens nach dem Wechsel der aufgebrachten Schwuchtel (keine Homophobie, literarisches Zitat) Neymar kann man getrost davon ausgehen, dass es das Geschäft Fußball  übertrieben hat.

Traurig dass man nun auch im Fußball Büchner zitieren kann und jeder etwas damit anfangen kann: „Friede den Hütten, Krieg den Palästen!“

Warum aber Büchner zitieren, wenn es der Menschlichste im deutschen Geschäft jetzt auch mit Lyrik versucht. „Der Gott des Geldes wird alles verschlingen.“ (Christian Streich, künftiger Literaturnobelpreisträger)