Die Geschichte der Fußballeuropameisterschaften ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Die Geschichte Frankreichs erst recht!
Ist aber auch a bisserl bös. Da vergibt man die EM schon an Platini, damit der Sonnenkönig der UEFA im eigenen Land den Triumph der eigenen Equipe feiern kann und nicht zuletzt die eigenen Taschen fül…..und dann erfindet jemand den Begriff Korruption und wendet diesen Begriff auch noch an und zwar auf so saubere und integre Personen wie Sepp Blofeld und Michel Platini. Wollen wir mal festhalten: Frankreich gewann im Fußball noch nie irgendetwas, was für andere nachvollziehbar gewesen wäre. Europameister in Frankreich, das ging! Wie auch immer! Die diversen Freistöße und Elfmeter dazu verwandelte..ja? Natürlich Michel Platini! Weltmeister im eigenen Land ging auch. Dass die Brasilianer ausgerechnet vor dem Finale zum ersten Male die französische Küche genossen hatten, war genau so seltsam wie einige Spiele davor in diesem Turnier.
Die internationalen Vereinstitel sind an einem kleinen Mittelfinger abzuzählen, nur möchte man sich eigentlich nicht vorstellen, wo dieser Finger zuvor gesteckt hatte. Auf dem Höhepunkt eine Bestechungsaffäre, die zum Lizenzentzug für Olympique Marseille führte, da unter Präsident Tapie wohl auch Drogengelder im Verein gewaschen wurden, gewann 1993 die Mannschaft den Europapokal der Landesmeister und war dabei, wie selbst eigene Spieler zugaben, bis unter die Baskenmütze gedopt, ohne dass diese Geständnisse großen Anklang fanden. Sind wir ehrlich, sie wurden von Putzfrauen, denen vorher die Augen verbunden worden waren, unter den Teppich gekehrt und die Besenamazonen waren danach unauffindbar verschwunden.
Finden wir uns also damit ab, dass Frankreich mal wieder Europameister werden soll und blicken auf Land und Leute der Gastgeber.
Frankreich hat ein großes Problem. Es wird vor allem von Franzosen bewohnt.
Doch wer sind diese Franzosen eigentlich? Nun die berühmtesten sind Belgier, wie beispielsweise Hercule Poirot oder Jacques Brel. Ansonsten ist das schwierig zu sagen, also muss es verkürzt und etwas vereinfacht werden. Seit 1804 sind beispielsweise Algerier, Marokkaner oder Vietnamesen durch den Code Napoleon eindeutig Franzosen, ohne dass sie bis dahin wussten. Die Bewohner von Städten wie Straßburg oder Metz sind dagegen erst seit 1919 Franzosen. Der Aufsteiger im französischen Mittelfeld N´Golo Kante ist also schon über hundert Jahre länger Franzose als ein Michel Platini. Das sorgt am rechten Rand der französischen Politik noch immer für Unruhe.
Die Franzosen sprechen im allgemeinen Französisch. Nur Französich? Im Prinzip ja. Ein Mundraum, der durch Umwelteinflüsse erst mal an den nasalen Brei der französischen Sprache gewohnt ist, weigert sich schlicht, Worte in zivilisierten Sprachen zu formen und auch die Ohren an den sprachlich verschleimten Köpfen weigern sich partout auch nur die kleinsten Ungenauigkeiten zu verstehen. Folgendes ist kein Scherz: Auf TV5 Monde lief vor einigen Jahren am frühen Samstagabend stets ein Programm mit Comedie aus Kanada, aus Quebec auf Französisch und zwar mit französischen Untertiteln. Häufig wird französischer Akzent in anderen Sprachen als charmant oder sexy missverstanden. Nein, dieser Akzent ist in jeder Sprache nur eines, nämlich tuntig. Das Stinktier Pepe in den Comics der Vierziger und Fünfziger ist der einzige Fall, in dem der Akzent erträglich ist. Eine Bekannte, perfekt dreisprachig, erzählte mir erst kürzlich, sie sei in den letzten Ferien in Frankreich gewesen und habe in zwei Wochen keine einzige Person getroffen, die eine akzeptable Sprache auch nur in Ansätzen beherrschte. In einer schönen Gegend übrigens, in der der Autor dieser Zeilen nach zwanzig Jahren seinen Boykott der dortigen Sprache aufgab, da er eine Person traf, die wenigstens netterweise versuchte, den untrainierten Französischsprecher zu verstehen.
Wenn man nun denkt, das sei ja alles nicht so ganz nett, dann muss man bedenken, dass ja noch nicht mal die Bewohner der französischen Hauptstadt das Thema sind. Leute die sich für Hauptstädter halten, haben ja überall auf der Welt eine besondere Arroganz. Gerade in wichtigen Städten kann das ganz angenehm sein. New Yorker, die nie auf die Idee kommen würden, nach Jersey zu ziehen, sind häufig unglaublich freundliche Menschen mit angenehmer Selbstironie. Auch Wiener, Römer oder Münchner beispielsweise haben dieses hauptstädtische Selbstbewusstsein in eher angenehmer Prägung. Kein denkendes oder fühlendes Wesen würde so etwas über Pariser sagen. Im allgemeinen sind die Taschendiebe in der Metro noch die angenehmste menschliche Begegnung, die man in Paris haben kann.
Frankreich erklärte sich zur Grande Nation. In der Neuzeit wird das häufig auf die sogenannte Kulturnation Frankreich angewendet. Kultur???? Ein Teil der sogenannten Kultur ist ja bereits mit der Sprache abgehandelt. Dass da nicht viel übrigbleibt ist selbstverständlich. Literatur? Dazu bräuchte man eine Sprache. Die nationalen Dichter sind nichts als selbstverliebte Kitschautoren und sozialer Kitsch ist dennoch Kitsch. Aaaaber wenden jetzt vielleicht einige ein, der französische Film…Da gibt es einerseits den selbstverliebten Autorenfilm, den man sich kurz vor dem Suizid mal reinziehen kann und dann französische Erfolgsfilme wie Bienvenue chez les Ch’tisden allein in Frankreich doppelt so viele Leute gesehen haben, wie bis 1945 in Deutschland das Buch Mein Kampf. Ein Machwerk, dessen dünner Sprachwitz nicht erst durch die Synchronisation unlustig wurde, mit einem Plot, dem man sicher keinerlei Art von Originalität vorwerfen kann und der in den Höhlen von Lascaux zum ersten Male veröffentlicht wurde. Musik? Gibt es! Mehr ist dazu aber kaum zu erwähnen. Wenn die Grande Nation Kultur hervorgebracht hat, dann sind es die Philosophen des 20. Jahrhunderts. Mancher der Denker ist sogar erträglich, denn die hochnäsige Art, die allen innewohnt, hat nun mal gerade Frankreich und die Franzosen als Untersuchungsobjekte. Aaaaaber die französiche Küche! Frankreich ist das Land, das die Existenz von Mc Donald-Restaurants rechtfertigt. Für die einen um etwas zu Essen zu bekommen und für die anderen, die zuvor französisch gegessen haben, um eine saubere Toilette zu finden. Lassen wir das unappetitlichere Thema einmal weg und damit sind knapp die Toiletten gemeint, so muss jemand, der in Frankreich französisches Essen genossen, nein konsomiert hat, ehrlicherweise zugeben, dass man wohl selten so lieblos Zubereitetes serviert bekommt. Fische kann und darf man vor der Zubereitung schuppen! Bei Fleischsorten welcher Art auch immer, ist es allgemein verbreitet, vorher Fell oder Federn zu entfernen. Auch in der sogenannten Haute Cuisine treten inzwischen die Engländer, richtig Engländer, den Franzosen in den Arsch! Dabei ist nicht die Küche zu verurteilen, es sind die Köche, die in Frankreich in der Küche stehen. Man kann sehr wohl sehr gut französisch essen, doch den Ort dafür muss man geschickt wählen. Wenn schon nicht in den eigenen vier Wänden, so kann man außerhalb der französischen Grenzen gelegentlich richtig gut französich essen und wahrscheinlich bekommt man sogar einen großartigen Wein, zu einem lächerlich horrenden Preis, während man in Frankreich, wird man als Tourist erkannt, allenfalls ein rotgefärbtes Tanninkonzentrat erhält. Wer übrigens einen wirklich guten Wein aus Frankreich, der nicht nur flüssiges Kopfweh ist, genießen möchte, sollte abseits der Marketingstrategien, nicht im Burgund oder um Bordeaux suchen, sondern sollte sich in der Gegend des Rousillon umsehen.
In Deutschland hat man natürlich meistens ein weniger kritisch hinterfragtes Urteil über Frankreich. Die ehemaligen Erzfeinde wurden zu Erzfreunden erklärt. Sowohl die Feindschaft, als auch die Freundschaft sind und waren natürlich vollständig sinnbefreit und sollten in einem vereinten Europa nicht mehr zählen, doch soll festgestellt werden, dass gerade die deutsch-französische Freundschaft die größte Idee der letzten hundert Jahre, die Idee des vereinten Europas begründet und befördert hat.
Doch die sabbernde Frankreichbegeisterung der Deutschen hat natürlich andere Gründe. Von den Vätern und Vorvätern wissen wir, dass diese anfangs der Vierzigerjahre des 20. Jahrhunderts die Zeit ihres Lebens hatten, ja lebten wie Gott, nein Landser in Frankreich. Das mag politisch heute ja nicht umbedingt korrekt sein und sicher ebenfalls nicht wünschenswert, doch das waren die letzten Ausländer, die in Frankreich ordentlich behandelt wurden.
Die Veranstaltung
Die Europameisterschaft ist nun zum ersten Mal eine Veranstaltung, bei der fast jede Mannschaft teilnehmen darf. Nach dem Scheitern der ureuropäischen Ländermannschaften aus Kasachstan, Israel, Aserbaidschan oder den Niederlanden, dürfen nun bereits 24 Teams teilnehmen. Und so sind natürlich einige Teams am Start, die in der schon in der Qulifikation nur die am wenigsten Schlechte waren. Und vier Gruppendritte der Vorrunde werden für ihr Mindestmaß an Versagen sogar noch mit einem Platz im Achtelfinale belohnt. Welch Schwachsinn, der nur eingeführt wurde, damit auch kleinere Verbände die Wahl des notorischen Franzosen Michel Platini zum UEFA-Präsidenten unterstützen. Der wahre Fußballfan möchte nicht immer nur dieselben Mannschaften sehen, ja immer neue Teams sehen, die auf dem Feld neue Strategien verfolgen oder die einfach eine gute Entwicklung genommen haben wie nun beispielsweise Island, doch es ist einfach zu vieles unteres Mittelmaß bei dem Turnier, wenn oberhalb der Klasse von San Marino oder Gibraltar fast jede Mannschaft in der Quali nicht chancenlos ist. Nun sind also Länder dabei, die Zweitmannschaften der Top-Teams von Anfang an klar unterlegen wären. Gerade die mediale Entwicklung machte es doch möglich, sich Qualifikationsspiele aus allen Ländern anzusehen. Vieles hat man dort schon schnell satt und muss die Beteiligten also nicht noch bei einer Endrunde sehen. Aber nun ist das Turnier überladen und der Fußballfan muss damit zurecht kommen, sofern er nicht einer der Eventfans ist, der sich nur für die „eigene“ Mannschaft interessiert und albern bemalt das Event beim Public-Viewing konsumiert.
Nun steht sie vor der Tür die Europameisterschaft und bald werden hier die Teilnehmer vorgestellt. Vielleicht gibt es einige, die sich so steigern, dass sie zur positiven Überraschung werden. Wir hoffen das Beste.