Die längste Winterpause seit langer Zeit geht nun in Deutschland zu Ende. Es gab wahrlich genug Themen, die in dieser Zeit den einen oder anderen Gedanken wert waren, oder wie ich bei den meisten fürchte, wert gewesen wären. Vielleicht bringt ja der Fußball einige wieder auf andere Gedanken, die wie ich annehmen muss, kaum bessere sein werden. So lasst uns lieber das Spiel genießen, als zum nächsten Feindbild zu wechseln. Ohne die gegnerische Mannschaft findet kein Spiel statt!

Ich denke jedoch Spiele könnten auch auf hohem Niveau ohne die FIFA stattfinden. Doch was sich in den letzten Wochen ereignet hat, kann man sich mit Stadionbier, wahrscheinlich sogar mit mehreren Halben Stadionwodka nicht wegsaufen. Beppi Blofeld, bei dem sich selbst Mediziner nicht mehr sicher sind, ob er nun noch in der Adoleszenz oder schon in der Demenz bewegt, möchte inzwischen wohl ein tausendjähriges Reich seiner Herrschaft errichten. Wenn man sich die Bewerber als Gegenkandidaten ansieht, so sind diese derart albern ausgewählt, dass man nur auf die Idee kommen kann, Blofeld hätte sie persönlich ausgewählt, um die Lächerlichkeit einer Gegenkandidatur zu beweisen. So wird der 29. Mai eher einer Ermächtigungsabstimmung als eine Wahl. Dazu wird fatalerweise jede Diskussion um die Weltmeisterschaften 2018 und 2022 in den Hintergrund gedrängt. Liebe momentane Generation der Fußballfans in Deutschland, ihr habt doch nun euer Wirr-sind-Weltmeister-Erlebnis gehabt. Noch geht es nicht um ein Wort wie Boykott. Man könnte doch nun einfach mal auf die Idee kommen, notfalls andere spielen zu lassen, anstatt dringend eine Mannschaft in vollkommene Unrechtsstaaten zu schicken. Ich wiederhole es gerne. Weder Olympia 1936 noch Olympia 2014 in Sotchi haben das bewirkt, was die ganze Zeit gebetsmühlenartig wiederholt wird. Keine dieser Veranstaltung hat ein Land geöffnet oder hirnlosen Nationalismus stoppen können. Das Gegenteil war der Fall!

 

Mit brennender Sorge, ehrwürdige Leser, betrachte ich auch nun die Mannschaften der Fußballbundesliga. Wie soll es bloß weitergehen?

Beispielweise mit Bayern München. Sie sind noch immer nicht Meister, obwohl die Gegner längst das Handtuch geschmissen haben. Welch Versager! Sowohl als auch! Erschreckend auch, dass in der Winterpause gefühlt jeder Spieler, der 10 Schritte machen kann, ohne sich einen Knochen zu brechen, mit dem Verein in Verbindung gebracht wurde. „Bayern an Max Mustermann interessiert“ ist eine erfolgreichere Schlagzeile als beispielsweise „Kampl zum BVB“. Fast schon ein Wunder, dass die Tagesaktualität einen Brennpunkt oder „Hart, aber fair“ mit dem Thema „Bayern in Riad“ verhinderte.

Wolfsburg hatte sicher die schlimmste Winterpause. Über die gute Hinrunde können sie sich freuen. Bei einem guten Start in die Rückrunde steigen sie vielleicht nicht mehr ab. „Der Tod ist das einzig wahre Fiasko“ schreibt Manuel Vazquez Montalban. Mehr kann ich nicht hinzufügen.

Bei Bayer Leverkusen sieht das schon anders aus. Nur 11 Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz lassen nichts Gutes erwarten, da der Verein sich die Krise der Saison bislang noch nicht explizit genommen hat.

Die Fohlen (Oh wie hasse ich dieses Klischee) haben ohne Martin Stranzl gemerkt, dass sie einfach kein Spitzenteam sind. Nun müssen die offensiven Außen ersetzt werden. Sportdirektor Max Eberl, der sich bemerkenswerterweise als Sportdirektor perfekt seinen indigenen Akzent abgetrieben hat, redete in der Winterpause jedenfalls lieber über die Bayern.

Ach Schalke gibt es auch noch. Man könnte auf andere Ideen kommen, da sie in der Winterpause mehr Spieler vermissten, als bei den Bayern Weltmeister gibt. Die Strukturreform sorgte immerhin dafür, dass keiner dieser Spieler von einem Brikett verletzt wurde.

Es ist schwierig genug, nicht von Augsburg nicht zu schwärmen, Und gemeint ist die Mannschaft des FCA und nicht die Stadt. Doch sind wir mal ehrlich. Zwei Niederlagen mehr als der Tabellenletzte und dieses nur in der Vorrunde! Muss noch festgestellt werden, was da droht? Täglich ein Vaterunser und ein Ave Maria, um in der Fuggerei unterzukommen.

Sinsheim, pardon Hoffenheim hat dann doch beschlossen gegen Ende der Hinrunde wieder auf Spektakel und Gegentore zu setzen. Nach dem Ausfall von Süle war es sicher eine Jahrhundertidee den jungen Führungsspieler, tatsächlich einen der Anführer der Mannschaft und einen der letzten reinen Defensivspieler, Jannik Verstergaard an den designierten Absteiger Bremen abzugeben.

Hannover. Ja. Sicher. Meister Schwitters sagte schon in der Saisonvorschau eigentlich alles. Was wolle Hannover?

Nein, im Ernst, was will Hannover eigentlich?

Außer Schalke gibt es wohl keinen Verein der so klassisch im Versagen ist wie Eintracht Frankfurt. Kein Wunder, dass beide den Cup der Versager gewonnen haben. Eine Gratulation ist dennoch angebracht: Mehr Gegentore als Hoffenheim. Respekt!

Soll man überhaupt noch eine Prognose über den sichersten Absteiger aller Zeiten aufstellen? Im Gegensatz zu Bielefeld, gibt es Paderborn wirklich. Und ganz ganz sicher auch die Blaue Jahrhunderthalle von Paderborn.

Fast könnte man der Versuchung erliegen, Positives über einen Verein einer Stadt am Rhein zu schreiben. Was soll´s, der FC aus K plant gerade eine enorme Stadionerweiterung. Ob Fans aus Sandhausen das Stadion wohl füllen können? Ein Helau jedenfalls!

Und Alaaf auch an die Serientäter etwas südlich. Erst die ganze Zeit ungeschlagen bleiben, dann die strikte Weigerung Spiele zu gewinnen. Meins bleibt Meins (Schön wärs!) Doch außer 2014 sind noch nie Mannschaften in der Liga geblieben, die alles dafür taten das zu verhindern.

Die lächerlichste Hauptstadt aller Zeiten und aller Dimensionen hat ja auch noch einen Bundesligaverein. Angesichts der etwa 16 bis 17 verschiedenen Absteiger wird sicherlich der DFB auch mal wieder genug dafür tun, dass es so bleibt. Und wenn es sportlich nicht klapt, dann könnte man ja wie 1965 Tasmania nun den AK 07 befördern. Dass ein gewisser Robert Hoyzer dort nun „Technischer Direktor“ ist, kann kaum ein Hindernis sein.

Wie kann es eigentlich sein, dass der HSV immernoch in der Bundesliga spielt? Die Mannschaft und der Gesamtverein haben dazu ja etwa so viel beigetragen wie griechische Regierungen zur Stabilität des Euros. Nachdem sich die Hamburger letzte Saison trotz einer gigantischen Willensleistung in der Liga hielten, muss man sich fragen, ob der Verein nicht unabsteigbar ist, obwohl sie vielleicht auch in der Rückrunde ein Tor herausspielen.

Ich war ja neulich da. Und erstmals habe ich eine Art von städtischem Zentrum entdeckt. Ach Stuttgart! Auch wenn man mich wie einst Leibniz als Positivist verunglimpfen möge, so hat der VfB doch den Vorteil, dass Antonio Rüdiger am Anfang der Rückrunde fehlt. Doch langt das für den Ligaerhalt?

Werder? Phantastisch! Lemke hat außerhalb der Kreiszeitung Syke nichts mehr zu sagen. Wenn das nicht Hoffnung macht. Die ukrainische Lachwurz Viktor Skripnik kann nur Garant für eine Entwicklung der Mannschaft sein. Doch liebe norddeutsche Freunde, eine Entwicklung ist in mehrere Richtungen möglich.

Und dann ist oder war dann noch der BVB. Mehr als 276.561.043 Deutsche glauben nach einer repräsentativen Umfrage, dass die Dortmunder nicht absteigen. Wenn das nicht Mut macht! Mit einer solchen Truppe überhaupt in eine solche Situation zu geraten, ist ja schon ein Wunder. Über Dortmund wird noch abgestimmt. In meiner einzigen Eigenschaft (Grüße von Musil) als der Bescheidenste möchte ich noch einmal auf meine Saisonprognose verweisen. Wenn der BVB beim Auftakt in Leverkusen am Samstag auch nur unglücklich verliert, so wird es trotz der geballten Konkurrenz schwer, den Abstieg zu vermeiden.

Letzter nach der Vorrunde ist Freiburg. Bei all dem harten Wettbewerb wird das nicht so bleiben. Aber Sorry, interessiert das eigentlich noch irgendjemand?

 

Und nun lasst die Spiele beginnen und die Anhänger der gepflegten Fußlümmelei darauf hoffen, dass auch in der nächsten Saison noch 18 Mannschaften in der ersten Liga des deutschen Fußballs spielen. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen.