Der Videobeweis alleine hilft nicht. Er ist ja sooo faktisch. Denis Zakaria, defensiver Mittelfeldspieler von Borussia Mönchengladbach hat bereits neun Gelbe Karten in dieser Saison gesammelt. Man könnte sagen, er sei durchaus für seine Gegenspieler unangenehm. Nun, Denis Zakaria spielt nächstes Wochenende gegen den FC Bayern München. Da könnte es natürlich sein, dass er die internationalen Ambitionen der Bayern oder vielleicht mit einem Foul an beispielsweise Müller auch die Ambitionen der Nationalmannschaft gefährden könnte. Das alles klingt schon fast nach hinreichendem Tatverdacht, also wäre es nur logisch den Spieler nun für drei Monate ohne Einspruchsrecht zu sperren.

Klingt seltsam? Etwa das sieht das neue Polizeiaufgabengesetz in Bayern vor, allerdings ohne den störenden „hinreichenden Tatverdacht“. Ach ja, man könnte Denis Zakaria ja auch statt „defensiven Mittelfeldspieler“ gleich mal „notorischen ISIS-Sympathisanten“ nennen. Änderungen in der Kommunikation, die nun abgehört werden darf, wenn es nach der bayerischen Staatsregierung geht, sind auch möglich. Wer also bei engagiertestem Willen der Ermittler keinerlei Anzeichen von beabsichtigten Straftaten zeigt, dessen Kommunikation beispielsweise im Internet darf gerne mal verändert werden. Tschuldigens scho, Herr Zakaria, sie san halt a drohende Gefahr,

In der Flüchtlingskrise besaß man noch den Anstand nicht jedes leerstehende Gelände zur Unterbringung zu nutzen. Nun bedarf es wieder an Platz, denn Gefährder wie Zakaria, sollen nun drei Monate ohne Kontakt zu Rechtsvertretern festgehalten werden dürfen. Am Stadtrand von Dachau gibt es einen Ort, der für so etwas nahezu wie geschaffen ist.

Also: Bloß nicht mehr auf den Videobeweis warten, wenn man mit Gefährdern wie Denis Zakaria auch anders fertig werden kann.

Wir gratulieren: Bayern plant den Rechtsstaat auf Weltniveau zu bringen, zumindest auf das Niveau des WM-Gastgebers Russland!