„Edel sei der Mensch, hülfreich und gut!
Denn das allein unterscheidet ihn von allen Wesen, die wir kennen.“

So beginnt der Goethe-Sepp einen berühmten Kommentar, in dem er deutlich macht, was den Menschen ausmacht und dass nicht eitle blinde Anbetung von Göttern sondern die Verwendung des Verstandes den Menschen kennzeichnen.

Dass Menschen mit Verstand in letzter Zeit immer häufiger an demselben zweifeln, ist angesichts der Lage in der Welt und des Fußballs verständlich und allein der Zweifel ist der geeignete Ansatz, noch vorhanden Verstand auch einzusetzen. Wer nicht zweifelt, unterscheidet sich kaum von bespielsweise einem gebrauchten Taschentuch.

Die enge Verwandtschaft der Begriffe Demens und Dementi kann man im Fußball beobachten. Demens muss man auch jenen unterstellen, die Märchen für Wahrheit halten und die sich nun darüber wundern, dass ausgerechnet Adidas und der DFB, die zu den Erfindern des Sportsponsorings gehören, tief in die Korruption im Weltfußball verstrickt sind. Hier und in der Facebookgruppe „Ultras Gänseblümchen“ wurde das Thema schon häufig thematisiert und Neues ist jederzeit zu erwarten, keineswegs zu befürchten, solange zutiefst gekränkte Egos alte Rechnungen im Keller ausgraben. Jedes Mitglied eines Fußballvereins und eines offiziellen Fanklubs sollte sich dazu berufen fühlen, den Vereinen Druck zu machen. Fußball ist ohne seine bisherigen Verbände möglich. Und dabei ist der Fußball auf einem Rasenrechteck gemeint. Blatter, Platini und andere sollen ruhig bei der FIFA bleiben, sollen gerne Präsidenten und Funktionäre bleiben und zwar bei den Firmen, die Computerspiele wie FIFA herausbringen. Dort könnten sie immer noch korrupt bleiben und die Wahlen zu Weltfußballern beeinflussen.
Wenn nun jemand einwendet, dass man nicht vorverurteilen darf, so mag das für die Teile der internationalen Fußballkorruption gelten, die von öffentlichen Gerichten gerade untersucht werden. Ein Urteil oder Vorurteil zu treffen, muss erlaubt sein, wenn sich die Herren Funktionäre hinter dem Vereins- oder Verbandsrecht verstecken, gerade wenn gegen den internationalen Verband/Verein als kriminelle Organisation ermittelt wird.

 
Wer sich nur mit den Skandalen beschäftigt hat, der hat durchaus ínteressante Entwicklungen auf dem Fußballfeld verpasst. Am Bemerkenswertesten dabei sicherlich ein gewisser Zwergenaufstand zumindest in Europa. Der inzwischen auch schon alte Spruch darüber, dass es keine „Kleinen“ mehr gäbe, ist dabei grundfalsch. Man muss sich im Einzelfall ansehen, warum weniger bekannte Mannschaften so erstaunlich erfolgreich sind. Obwohl bei der nächsten EM ja fast jeder mitmachen darf, war es faszinierend zu beobachten, warum Island völlig verdient dabei ist, die Niederlande allerdings völlig verdient nicht dabei sind. Von der Mentalität und der Taktik her, war gerade im direkten Duell Island hochprofessionell, während die Käsköpp in diesen Hinsichten wie eine durch Alkohol sich selbst überschätzende Thekenmannschaft wirkten. Die Abwärtsspirale der Oranjekicker wurde durchaus auch durch die eine oder andere Fehlentscheidung der Schiedsrichter angestoßen, doch der mangelnde Willen sich dagegen zu wehren, war höchst peinlich. Ewiges Lamentieren, Tätlichkeiten und Schwalben sind nun mal kein geeignetes Mittel zum Erfolg. Man muss bei hochtalentierten Spielern wie Memphis Depay auch einmal die Frage nach der Mentalität stellen dürfen.
In der Bundesliga zeigen die Beispiele Ingolstadt und Darmstadt in die selbe Richtung. Ingolstadt spielt taktisch so extrem am Anschlag, wie nur selten eine Mannschaft dieses Marktwerts. So lange die Füße tragen, wird überall auf dem Feld auf jede Bewegung reagiert. Schon wenn ein Einwurf auf der Höhe des gegnerischen Strafraums ausgeführt wird, werden von vorne bis hinten Räume verdichtet, oder der jeweiligen Aktion zumindest angepasst. Obwohl durch dieses kraftraubende Spiel im Angriff manchmal die Konzentration im eigenen Torabschluss mindert, spielt Ingolstadt eine großartige Rolle in der Bundesliga und könnte mit nur etwas weniger Pech mit der einen oder anderen Entscheidung der Schiedsrichter bei gut vier Punkten mehr stehen.
Wenn schon die „Kleinen“ das Thema sind, so ist auch ein Blick nach England erlaubt. Jack Butland von Stoke City ist ein wirklich guter englischer Torhüter.

 
Ihr habt Zweifel daran? Das ist gut so! Benutzt eure Schädelinnendrüse und seid edel, hülfreich und gut auch von Herzen.
Und so sehen wir betroffen, den Vorhang zu und alle Fragen offen. Ein Teil dieser Antworten würde die Leser nur verunsichern!