So nun startet sie also, die Bundesliga, die Liga des Weltmeisters. Leider durfte man inzwischen anlässlich des Starts wieder dummdreistes Gelaber darüber anhören, ob denn die teutsche Bundesliga auch wirklich die „beste Liga“ der Welt sei. Es ist sicherlich keine Herabwürdigung der ersten deutschen Liga, wenn man feststellt, dass dies eine Diskussion ist, die nun wirklich völlig sinnlos ist, da die wichtigsten Ligen ja doch alle anders ablaufen und funktionieren. Niemand möchte überschuldete spanische Verhältnisse, doch kann auch die Bundesliga auf die Unzahl von technisch und taktisch bestens ausgebildeten Talenten neidisch sein. Niemand möchte auch, dass einheimische Talente keine Rolle spielen, und doch schielt man mehr oder weniger unverhohlen auf das Geld, das die Premier League zur Verfügung hat. Auch in England und Spanien schaut man in einigen Kategorien neidisch auf die Bundesliga und so muss man kein großes Palaver einberufen, um etwas festzustellen, das ohnehin allerhöchstens in Unterkategorien Ergebnisse hervorbringen könnte.

Und schwierig wird diese Saison. Die Spieler aus den Halbfinals der WM sind gerade erst fit genug, um den Strohhalm aus ihrem Caipirinha zu entsorgen. Schlüsselspieler aller Mannschaften sind angeschlagen oder verletzt. In allen Teams gibt es neue Spieler, die sich erst zurechtfinden müssen. Rechter Fuß in den rechten Schuh und linker Fuß in den linken Schuh muss natürlich bei einem neuen Klub intensiv geübt werden. Spielerberater und Zeugwart scheinen bei einigen Mannschaften kurz vor dem Ligastart noch die wichtigsten Männer zu sein. Es gibt zwei neue Mannschaften und es gibt auch teilweise neue Trainer, alles schwierig, aber mal so richtig schwierig.

Früher oder später wird es dann auch noch das Freistoßspray geben. Wie wir uns alle darauf freuen. Champagner für alle! Dem einen oder anderen Schiedsrichter traue ich sogar zu, darauf zu achten, dass die Spieler bei der Ausführung dann nicht schon einen Fuß vor der Linie stehen. Blöd nur, dass die alberne Sprühsahne dann leider keinen Zeitgewinn bringt und sich in manchem Fall vielleicht schon aufgelöst hat. Ach, witzige gelbe Karten wird es deswegen geben und mit dem vielgerühmten Fingerspitzengefühl der Spielleiter sehe ich die erste gelb-rote Karte kommen, den ersten Platzverweis für einen Spieler, der einen Zehen in die Sahne taucht. Bei schneebedecktem Boden empfehle ich übrigens die Geschmacksrichtung Himbeersahne.

Stimmt ja, jetzt kommt Vereinsfußball. Alles wird anders. Spieler, von denen man vor sechs Wochen dringend und sofort ein Kind haben wollte, werden nun wieder gnadenlos dämlich ausgepfiffen. Einige Fangruppen werden es wieder viel interessanter finden, was der traditionelle Lieblingsgegner macht, anstatt ihr eigenes Team anzufeuern. Ultras werden ihr eigenes Süppchen kochen, das ihnen viel wichtiger ist, als das, was ihnen auf dem Spielfeld serviert wird. (Besuchen Sie übrigens auch die Ultras Gänseblümchen auf Facebook!) Und 18 verschiedene Fangruppen werden den Local Arschprolet anfeuern. Eine Tradition, die eindeutig aus England übernommen sein muss. Jeder Verein hat einen Fanliebling (wer weiß schon, warum), der nicht der beste Spieler sein muss, der nicht mal aus der Region stammen muss, der manches Mal die Entwicklung einer Mannschaft jahrelang aufhält, aber in eigentlich jedem Fall ein Spieler ist, dessen Intelligenz sich fairerweise nur mit drei Tage altem geschnittenen Brot messen dürfte.

Für all diejenigen, die Spieler objektiv bewerten möchten, empfehle ich „Bumanns statistische Enzyklopädie der Fußballbundesligaspieler“ , demnächst mit einer kleinen neuen Leistungsdarstellung auf der Startseite. Die wahrscheinlich genaueste statistische Darstellung aller Spieler. Bei mir kommt beispielsweise Thomas Schaaf, der Trainer von Eintracht Frankfurt, tatsächlich als Spieler auf die 263 Spiele, die er wirklich gemacht hat und nicht nur auf die 262 Spiele, die so viele falsch aus der Kicker-Datenbank abschreiben.

Freut euch auch darauf, dass ich die 18 Vereine der Bundesliga an dieser Stelle mit ihren Aussichten für die Saison 2014/15 vorstellen werde. Bis dahin verbleibe ich

Euer Bumann