Lieber, guter Geheimrath,

Wir wollen Dir nur in größter Eile melden, daß Du uns in der selben Lage finden wirst. Aus Deinem Briefe haben wir gesehen, daß es Dir nicht wohl gegangen ist, und ich bedaure recht sehr, daß die Kürze der Pause die Ursache war. Und nun, da es zum Winter geht, erwarten wir ohne größte Sehnsucht, daß das Theater wieder seinen Anfang nimmt.

Theils möchten wir ausdrücken, daß wir von der Trübnis des Schauspiels im Herbst noch kaum genesen sind, theils daß wir für das Frühjahr kaum Besserung erwarten. Die Handlung mit all den schwächelnden Hauptdarstellern, lässt das Ende wohl nun zur Pause schon gewiss werden.

Grüße alle Freunde und entschuldige mich, daß ich erst jetzt schreibe; es gibt jeden Morgen gar viel zu thun.

Alles Gute und Vergnügliche wünschend.

B.

 

 

Lieber Helmut,

Wollen wir hoffen, dass uns die Rückrunde keinen schlechten Streich spielt. Möge uns Streich in der 1.Liga erhalten bleiben, in der seine wichtigen Aussagen mehr Gewicht bekommen als in der 2.Liga. Vielleicht sieht er ja auch, dass Petersen auch von der ersten Minute an für Torgefährlichkeit sorgt, wie er sowohl am Ende der letzten Saison als auch im Dezember zeigte. Dann wird Freiburg wohl kaum vom FC aus Sülz überholt werden können. Wenn das Wunder des Nichtabstiegs aus dieser Situation zu schaffen ist, dann am ehesten von dem nun wieder hysterischen Club aus Sülz, in dessen hysterischem Vorort bekanntlicherweise ein recht bekannter Dom steht.

Wer denn am Ende absteigt oder in die Relegation muss, ist keineswegs abzusehen. Der vollkommen überschuldete Club aus Hamburg, der sich euphemistisch Sportverein nennt, ist natürlich aus bloßer Gewohnheit für viele ein Favorit für die Relegation, doch kein Verein bis Platz acht, darf sich sicher sein, nicht Werder aus Bremen, nicht Mainz, keineswegs Stuttgart, obwohl alle gute Ansätze zeigten. Wie soll sich Wolfsburg sicher fühlen, wenn sie doch kaum gewinnen können, wie Hannover, wo es bislang ein Wunder ist, wie wenig der Streit zwischen Präsidium und angeblich „aktiven“ Fans die Mannschaft beeinflusst. Wie sollen sich die Hertha oder Frankfurt sicher sein, die für ihre schlechten Rückrunden bekannt sind. Wie Augsburg, die einige Male, dank eines guten Mannschaftsgeistes nur knapp die Abwärtsspirale vermieden haben.

Dennoch verspricht die Frage, welcher Club in der nächsten Saison in welcher Liga spielt die meiste Spannung. Das übrigens auch in der 2.Liga, in der nur drei Spiele mit zu wenig Glück dafür verantwortlich sein können, dass ein Team in Abstiegsnot gerät und genau so wenige Spiele, die glücklich verlaufen, dafür verantwortlich sein können, dass eine Mannschaft plötzlich über den Aufstieg nachdenken muss, wobei wohl nur sicher ist, dass Letzteres auf Kaiserslautern nicht zutreffen wird. Der Rekord an Trainerentlassungen ist jedenfalls ernsthaft in Gefahr.

Beste Grüße,

B.

 

 

Liebe,

nein sehr geehrte,

hmmm schwierig,

egal:

Hey Sportjournalisten, nein Medien, ach….

Alle Berichterstatter, die noch für die breite Masse schreiben oder senden,

verkauft doch bitte die breite Masse nicht für noch dümmer als sie ist. Betreibt endlich Journalismus und nicht Populismus. Wenn man die Hinrunde betrachtet, so waren die Höhepunkte, an die sich Leute noch erinnern können, die „Schwalbe“ von Heiko Herrlich und natürlich der ach-so-böse Videoentscheid. Erzwungenes Spektakel, statt sinnvolle Auseinandersetzung mit dem Geschehen auf dem Spielfeld, ohne dabei die Themen im Hintergrund in voller Breite zu beleuchten, führt zur Abstumpfung.

Der Videobeweis lag jedenfalls viel häufiger richtig als die Berichte über den Videobeweis. Bis auf die Redaktion der ARD mit Hajo Seppelt als bekanntestem Gesicht, und gelegentlichen Berichten der überregionalen Tageszeitungen, ist von investigativem Journalismus beim Thema Sport weit und breit nichts zu sehen. In den auflagenstärksten Sportzeitungen wird mehr über bloßen Klatsch berichtet, als über Doping und Korruption, dabei findet am Ende der Saison die bislang korrupteste Großveranstaltung aller Zeiten statt, bei der auch das Thema Doping Gegenstand der Betrachtung sein sollte, ist doch der Leiter der größten Dopingverschwörung nach Ende des Kalten Krieges doch gleichzeitig Cheforganisator der Veranstaltung. Es geht dabei keineswegs darum, etwas schlechtzureden, sondern darum, die Realität so zu offenbaren, dass Verbesserung möglich ist.

Ach und lasst Euch doch nicht immer nur leere Phrasen bieten. Vielleicht habt Ihr es noch nicht gehört, aber ein Journalist darf auch mal nachfragen. Da wird die zurecht die Unterdrückung freier Berichterstattung in anderen Ländern kritisiert, doch sobald hierzulande ein Spieler oder Funktionär zu einem Interview bereit ist, wird sich quasi freiwillig auf Hofberichterstattung selbstbeschränkt.

Der Auftakt der Bundesligarückrunde ist auf dem ZDF zu sehen. Ganz schlimm, dass man tiefster Überzeugung bekennen muss, dass es frei empfangbar in drei Teufels Namens Dank nicht auf der ARD zu sehen ist.

Hochachtungsvoll,

nein ganz sicher nicht!

Mit besten Wünschen auf baldige Besserung

Niko Meichsner

 

 

Lieber Albi, lieber Milli,

zunächst einmal einen, nein sicherlich mehr als nur 1001 Dank für die abwechselnde technische Unterstützung.

Doch, ich glaub schon, dass die Bayern Meister werden. Doch sehe ich eigentlich kaum einen Grund dafür, es sei denn die Schwäche aller anderen. Überzeugen konnten die Münchner nicht oder allerhöchstens phasenweise, doch neben einer gewissen Qualität, zeichnet die Bayern halt aus, dass sie jedes Spiel gewinnen wollen, egal in welchem Wettbewerb. Der Sieg ist die Normalität, alles andere die größte Krise seit Newton die Schwerkraft erfand. Dafür ist ein Haufen mentaler Stärke notwendig, die vor allem die Mannschaften nicht zeigten, die europäische Wettbewerbe offenbar als Bürde sehen und deren Einstellung gegenüber diesen Wettbewerben schon vor der Auslosung in die Knie geht.

Sieht man sich die Teams zwischen Platz 2 und Platz 7 mal an, so haben alle bis auf die Schalker die Vorrunde eher durchlitten als diese anzunehmen. Peinliches Abschneiden in Europa und wenig Konstanz in der Liga waren die Folge. Man darf gespannt sein, ob die Schalker oder auch Leverkusener nicht noch durch die Chance, im Pokal etwas zu reißen zu können, mental „belastet“ werden. Theoretisch wäre der Kampf ums sogenannte internationale Geschäft ja auch in dieser Saison spannend, doch die Aussicht, diese Mannschaften aufgrund der „Doppelbelastung“ nächstes Jahr in europäischen Spielen zu sehen, die Aussicht darauf, wie die Teams dann wieder zu Grunde rotiert werden, mindert die Freude auf ein aufregendes Saisonfinale doch sehr.

N.

 

 

Hey Ahab,

morgen Fußboi schaun? Ich werd kaum dazu kommen, noch Getränke zu besorgen, aber schaumermal. Bin erst kurz vor knapp dahaom.

B.

 

 

Dear Guests of our little editorial office,

would you mind picking up your tapirs?

Thanks.